Was verstehen wir unter einer Kindergruppe (Kigru) ?

Gruppengröße: max. 14 Kinder, 2 - 6 Jahre
Eine Kindergruppe basiert auf einem von Eltern gegründeten Verein zur Betreuung von Kleinkindern.

Für das Funktionieren einer Kigru sind alle Beteiligten verantwortlich.

Eltern: Instandhaltungsarbeiten, Anschaffungen, Putzdienst, Jausendienst, Kochdienst, Elterndienst, Organisation.

BetreuerIn: Begleiten die Kinder auf ihrem Entwicklungsweg!

Selbstbestimmtes Arbeiten: Unsere Kindergruppe bietet die Möglichkeit für selbstbestimmtes Arbeiten der Kinder, d.h. Kinder gestalten den Alltag mit. Die eigenen Ideen und Wünsche haben einen großen Stellenwert. (z. B. Rollenspiele,..)

Vorbereitete Umgebung: Die vorbereitete Umgebung, für die sowohl Eltern als auch BetreuerInnen verantwortlich sind, ist die Basis für einen flexiblen, individuellen, experimentellen und lustvollen Kindergruppenalltag.

Respektvoller Umgang mit den Kindern ist Voraussetzung, dass sie ihre Bedürfnisse wahrnehmen können.

Rituale sind für Kinder sehr wichtig, weil dieses Wiederkehrende und Vertraute, ihnen Sicherheit und Geborgenheit gibt.

Regeln: Um die Bedürfnisse und Grenzen aller zu wahren, ist es notwendig, dass es Regeln gibt. Diese können mit den Kindern überdacht, erweitert und verändert werden. Eine Grundregel bei uns ist z.B.: "Wir tun niemandem weh ".

Die BetreuerInnen begleiten die Kinder auf ihrem Entwicklungsweg. Sie bringen sich als ganze Personen ein, mit allen Stärken und Schwächen. Sie bilden gemeinsam ein Team, das sich zu Teamsitzungen trifft und das den individuellen Potentialen Rechnung trägt. So haben es die Kinder mit authentischen Menschen zu tun, die ihre Grenzen authentisch setzen.
Die Arbeit erfordert große Flexibilität und Improvisationsgabe. In einer Kigru zu arbeiten bedeutet auch Konflikte mit den Kindern auszutragen, sie bei Konflikten untereinander zu begleiten, den Kindern die Rechte auf ihre Wünsche zu geben, von ihnen Kritik anzunehmen und ihnen ihre Wahrheit zu lassen. Jedes Kind wird in seinem Tempo unterstützt und dort abgeholt, wo es gerade steht.


Elterngespräche ermöglichen einen Dialog zwischen Eltern und BetreuerIn.


Monatliche Elternabende bieten Raum für Diskussionen, konstruktives Problemlösen, gegenseitige Unterstützung, u. v. m.


Unser Tagesablauf

  • Ankommen der Kinder bis 9 Uhr und Begrüßung
  • Offene Jause ( d.h. die Kinder können selbst entscheiden, wann und was sie essen wollen)
  • 2. Betreuerin fängt an!
  • Freispiel / Angebot (freiwillig)
  • Morgenkreis
  • Außenaktivitäten (Donauinsel, Wiese, Spielplatz, Ausflug)
  • Mittagessen
  • Ruhestunde
  • Jause
  • Abschied


Eine Änderung des Tagesablaufes ist natürlich, je nach geplanten oder spontanen, von uns allen gemeinsam entschiedenen Aktivitäten möglich.

Ausflüge

  • Bibliothek
  • Theaterbesuche
  • Konzertbesuche
  • Besuch verschiedener Museen ( z.B.: Technisches Museum, ZOOM-Kindermuseum, etc..)
  • Schwimmbad
  • Kinderzirkus etc.

Feste im Jahreskreis

  • Geburtstagsfeste
  • Laternenfest
  • Nikolofeier / Adventfeier
  • Weihnachtsfeier
  • Fasching
  • Ostern
  • Sommer-Abschlußfest

Projekte im Jahresablauf / Schwerpunkte möglicher Themen: Wasser, Wald, Haustiere, Baum, Indianer, Ritter, Dinosaurier, Piraten, Feuer, Rettung, Gefühle, Farben, etc.

Schwerpunkte im täglichen miteinander

  • Kulturtechniken üben: Schere, Messer, schneiden, aufkehren, abräumen, einschenken, etc.
  • Gesundheitserziehung: an- und ausziehen, Hände nach dem Klo- gehen waschen, etc.
  • Verkehrserziehung: Regeln im Straßenverkehr üben, verschiedene Situationen kennenlernen,
        Rad fahren, Roller fahren
  • Präventionsarbeit: bekannte/fremde Personen, NEIN sagen lernen
  • Richtiges Verhalten/ Hunden gegenüber
  • Zeit den Kindern näher bringen: Uhrzeiten, tägliche Rituale, täglich den Tag an einem Monatsraster anmalen


Raumaufteilung & Materialangebot
 
Bauecke, Puppenecke, Kaufmannsladen, Kinderküche, Mal-und Bastelbereich, Hochbett, Esstisch

unstrukturiertes Material:
Holzbausteine in diversen Größen, Farben und Formen, Duplo, Autos, Verkehrsteppich, Steckmaterial, Kugelbahn, Schnittmaterial, Tücher, Verkleidungsmaterial, Decken

strukturiertes Material:
Kartenspiele, Gesellschaftsspiele, Puzzles, Lernspiele

Malen und Basteln:
Scheren, Fingerfarben, Kreide, Bunt- und Filzstifte, Ölkreiden, Malfarben, Kleber, verschiedene Materialien

Montessorimaterial:
rosa Turm, braune Treppe, Farbtäfelchen, rot- blaue Stangen, Österreichpuzzle


Um die Funktion der Kindergruppe aufrecht zu erhalten, sind Ausdauer, Konsequenz, Genauigkeit und Eigenverantwortung, sowie ein respektvoller Umgang aller Beteiligten gefragt.

Der Lohn dieser Mehrarbeit, ist die Mitentscheidung in wichtigen Fragen der Kinderentwicklung, die in so einer Form, in einer Kindergruppe möglich ist.

Stand Jänner 2016